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KI-Modelle

Mit GPT-5.5 kann du es besser und länger. 😉

OpenAI lanciert ein Modell, das komplexe Aufgaben selber zu Ende denkt, vom Code über Tabellen bis zur Forschung.

Veröffentlicht am 23. April 2026

OpenAI hat GPT-5.5 freigegeben. Das Versprechen ist nicht weiteres Marketinggewitter, sondern ein Modell, das bei Codier-Agenten, Computernutzung, Wissensarbeit und früher Forschung spürbar einen Gang höher schaltet. Und es tut das bei gleicher Latenz wie GPT-5.4.

Der Kern: GPT-5.5 versteht die Absicht hinter einer unordentlichen, mehrstufigen Aufgabe schneller und trägt mehr davon selbst. Planen, Werkzeuge nutzen, eigene Arbeit prüfen, durch Mehrdeutigkeit navigieren, weitermachen. Statt jeden Schritt zu dirigieren, übergibt man das Problem und lässt das Modell arbeiten.

Bemerkenswert ist die Effizienz. Grössere Modelle sind meist langsamer, GPT-5.5 matcht die Pro-Token-Latenz von GPT-5.4 im produktiven Betrieb und braucht für Codex-Aufgaben deutlich weniger Tokens. Laut Artificial Analysis Coding Index liefert es Spitzenintelligenz zum halben Preis konkurrierender Frontier-Modelle.

Agentisches Coding

82.7% auf Terminal-Bench 2.0, 73.1% auf Expert-SWE bei Aufgaben mit 20 Stunden geschätztem Aufwand. In Codex hält das Modell Kontext über grosse Systeme, prüft Annahmen mit Tools und zieht Änderungen konsequent durch den Codebase.

Wissensarbeit

84.9% auf GDPval, 78.7% auf OSWorld-Verified, 98.0% auf Tau2-bench Telecom ohne Prompt-Tuning. Stark bei Dokumenten, Tabellen, Präsentationen und wenn das Modell den Bildschirm selbst bedient.

Forschung

Klare Fortschritte auf GeneBench (25.0%) und BixBench (80.5%). Eine interne Variante fand einen neuen Beweis zu Ramsey-Zahlen, später in Lean verifiziert. Co-Wissenschaftler statt Antwortmaschine.

Cybersicherheit

88.1% auf internen CTF-Challenges, 81.8% auf CyberGym. OpenAI stuft die Cyber- und Biologie-Fähigkeiten als High im Preparedness Framework ein und zieht strengere Klassifikatoren ein.

Frühe Tester berichten von einem qualitativen Sprung, nicht nur einem quantitativen. Dan Shipper, CEO von Every, nennt es das erste Codier-Modell mit ernsthafter konzeptioneller Klarheit. Pietro Schirano von MagicPath liess GPT-5.5 einen Branch mit hunderten Frontend- und Refactor-Änderungen in einen ebenfalls stark veränderten Main-Branch einführen, in rund 20 Minuten, in einem Durchgang. Ein NVIDIA-Ingenieur sagte, der Verlust des Zugangs fühle sich an wie eine amputierte Gliedmasse.

Bei OpenAI selbst nutzen über 85% der Mitarbeitenden Codex wöchentlich. Die Kommunikationsabteilung baute damit ein Scoring- und Risiko-Framework für Speaking Requests samt Slack-Agent. Finance prüfte 24'771 K-1-Steuerformulare mit 71'637 Seiten und sparte zwei Wochen gegenüber dem Vorjahr. Go-to-Market automatisierte Wochenreports und spart 5 bis 10 Stunden pro Woche.


Ein konkretes Forschungsbeispiel: Derya Unutmaz, Immunologieprofessor am Jackson Laboratory, analysierte mit GPT-5.5 Pro ein Genexpressions-Datenset mit 62 Proben und rund 28'000 Genen. Der detaillierte Forschungsbericht hätte sein Team Monate gekostet. Bartosz Naskręcki, Mathematikprofessor in Poznań, baute mit Codex in elf Minuten eine Algebraische-Geometrie-App aus einem einzigen Prompt, inklusive Weierstrass-Modell der Schnittkurve.

Benchmark GPT-5.5 GPT-5.4 Claude Opus 4.7
Terminal-Bench 2.0 82.7% 75.1% 69.4%
OSWorld-Verified 78.7% 75.0% 78.0%
FrontierMath Tier 4 35.4% 27.1% 22.9%
CyberGym 81.8% 79.0% 73.1%

Die Infrastruktur ist Teil der Geschichte. GPT-5.5 wurde auf NVIDIA GB200 und GB300 NVL72 Systemen trainiert und ausgeliefert. Codex half, Optimierungen schneller zu skizzieren und zu testen. GPT-5.5 selbst schrieb heuristische Algorithmen für Load Balancing und Partitionierung und steigerte damit die Token-Generierungsgeschwindigkeit um über 20%. Das Modell verbessert die Infrastruktur, die es bedient.

Verfügbarkeit: GPT-5.5 läuft ab sofort für Plus-, Pro-, Business- und Enterprise-Nutzer in ChatGPT und Codex. GPT-5.5 Pro ist für Pro, Business und Enterprise verfügbar. In der API kostet GPT-5.5 voraussichtlich 5 USD pro 1 Mio. Input-Tokens und 30 USD pro 1 Mio. Output-Tokens mit 1 Mio. Kontextfenster. GPT-5.5 Pro liegt bei 30 respektive 180 USD.

Was bleibt

GPT-5.5 ist kein Marketing-Sprung, sondern ein nüchterner: mehr Verstand, gleiche Latenz, weniger Tokens. Der interessante Teil ist nicht die nächste Benchmark-Zeile, sondern was man damit baut. Wer agentische Workflows ernst meint, hat jetzt ein Werkzeug, das lange Ketten durchhält. Wer nur chatten will, merkt vor allem, dass die Antworten kürzer und treffsicherer werden. Beides ist Fortschritt.

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